Dr. Evelyn Stober
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IAT-Wirtschaftsbericht Ruhr

Zukunftsfähigkeit durch neue Verbindung von industrieller Produktion und Dienstleistung

Herne, 14. Dezember 2011

Seit Jahren lebt die Ruhrwirtschaft den Strukturwandel und stellt sich den neuen, komplexer werdenden Anforderungen der Zukunft. Wie der heute veröffentlichte „Wirtschaftsbericht Ruhr 2011“ des Instituts für Arbeit und Technik (IAT) in Gelsenkirchen betont, hat die Metropole Ruhr dabei eine realistische Chance auf ein industrielles Comeback.

 U.a. müssen dazu die Unternehmen bei ihren Aktivitäten auf den internationalen Märkten gezielt unterstützt werden. Hiervon ist Thomas Westphal, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung metropoleruhr und Auftraggeber der Studie überzeugt.

Die Studie will Zukunftspotenziale aufspüren: Um diese schneller sichtbar machen zu können, haben sich die Experten und Wissenschaftler an Stelle der klassischen Branchenbetrachtung mit den prägenden Markttrends, Innovationstrategien und der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle beschäftigt. Daraus sind wachstumsstarke Zukunftsmärkte, sogenannte Leitmärkte, identifiziert worden. Diese Leitmärkte sind Gesundheit, Ressourceneffizienz, Mobilität, Urbanes Bauen und Wohnen, Nachhaltiger Konsum, Digitale Kommunikation, Bildung und Wissen sowie Freizeit und Events.

Vier zentrale Ergebnisse hat die Analyse der Leitmärkte zutage gefördert: Zum ersten zeigt sich, das die Metropole Ruhr bereits heute stark ist in der weltweit wachsenden neuen urbanen Ökonomie. Dies sind jene Produkte und Dienstleistungen, die mit der Entwicklung und Infrastruktur von Großstädten und Metropolen zusammenhängen. 80% der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in der Metropole Ruhr sind bereits in diesen Leitmärkten tätig. Zum zweiten sind in allen acht Leitmärkten relevante Einzelpotenziale für Wachstum und Beschäftigung an der Ruhr identifiziert worden. Drittens liegt die positive Dynamik in den Leitmärkten in den zurückliegenden fünf bis sieben Jahren in einer neuen Verbindung von industrieller Produktion und moderner Dienstleistung. Dies zeigt das bundesweit überdurchschnittliche Wachstum in den Bereichen der Prüf- und Testlabore, der technischen Großhändler und Handelsvermittler, der Gesundheitsdienste, der Ingenieur-, Planungs- und Beratungsunternehmen sowie der außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Viertens belegen die Zahlen, dass die industrielle Produktion Motor der positiven Marktentwicklung an der Ruhr ist. Die nicht nachlassende Beschäftigung in diesen Bereichen steht für diese Entwicklung.

Die Ergebnisse der Studie wurden von den 16 Wirtschaftsförderern aller Städte und Kreise aus der Metropole Ruhr besprochen und bewertet. Mit einer Unterschrift wurde der Beginn eines gemeinsamen Arbeitsprozesses in der Standort- und Strukturpolitik für die Metropole Ruhr besiegelt.

„Es ist vorgesehen, die Potenziale in den identifizierten Zukunftsfeldern durch die Arbeit der Wirtschaftsförderungen weiterzuverfolgen“, erklärt WFG-Chef Dr. Joachim Grollmann. „Damit Herner Unternehmen davon profitieren können, müssen die zur Zeit noch groben Vorgaben allerdings verfeinert und auf die Arbeit „vor Ort“ heruntergebrochen werden. Dazu sind geeignete Maßnahmen zu entwickeln.“

Mit dem „Wirtschaftsbericht Ruhr 2011“ wurde zum ersten Mal eine gemeinsame Analyse der wirtschaftlichen Potenziale der gesamten Region vorgelegt. In den nächsten Jahren sollen die Wirtschaftsförderungen diesen Bericht weiterentwickeln, regelmäßig einmal im Jahr veröffentlichen und gemeinsame Projekte zur Bestandsentwicklung in den analysierten Zukunftsfeldern vorantreiben.

Zusammenfassung 8 Leitmärkte